Themenschwerpunkte 2008-2011
Beschlussfassung des Vorstandes vom Juli 2007
Beschlussfassung des Vorstandes vom Juli 2007
1. Themenschwerpunkt
Freiheit und Eigentum
1. Inhalt und Begründung
Das Recht auf Eigentum ist eine der wesentlichen Grundlagen für die Freiheit des Einzelnen.
Liberale haben sich immer dafür eingesetzt, dass das Recht auf Eigentum universell für alle gilt, und nicht nur wenigen Privilegierten zugute kommen darf. Wo Eigentumsrechte nicht gewährleistet werden, sind Menschen willkürlicher Macht und Abhängigkeit ausgesetzt. Eigentum ist zudem eine Garantie für eine stabile liberale Bürgergesellschaft, die ihre Stärke aus der Unabhängigkeit des Bürgers und seinem langfristigen Interesse an einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung bezieht.
a) In Deutschland steigt die Zahl derer, die vollständig oder teilweise von staatlichen Transfers und Renten leben. In einigen Bundesländern stellen sie bereits die Bevölkerungsmehrheit. Der demographische Trend zur Überalterung unserer Gesellschaft wird die sich daraus ergebenden Probleme noch verschärfen. Sowohl die Grundeigentumsquote als auch die Selbständigkeitsquote liegen unter denen vergleichbarer Länder. Immer weniger Menschen leben ausschließlich von ihrer Erwerbsarbeit, die eine Voraussetzung für persönliche Autonomie und Eigentumsbildung ist.
Schon jetzt zeigt sich, dass eine langfristig angelegte Ordnungspolitik, eine nachhaltige Reform der Sozialsysteme und eine Produktivität fördernde Steuer- und Finanzpolitik strukturell mehrheitsunfähig geworden sind. In einer „Rentenempfängergesellschaft“ überwiegt notwendig das Kurzfristdenken in der Politik und eine kaum mehr zu erfüllende Erwartungshaltung gegenüber dem Staat. Außerdem treiben Neiddiskussionen den Umverteilungsstaat immer weiter voran. Auf die Dauer wird dies zunächst die Marktwirtschaft, aber langfristig die liberale demokratische Ordnung unseres Landes unterminieren.
Inhalt des Themenschwerpunktes soll die „Eigentümergesellschaft“ sein, in der Eigentum breit gestreut als Grundlage von Freiheit und als soziale Basis der Bürgergesellschaft seine umfassende Wirkung entfalten kann. Eigentümer verfügen über besonderes Potential, sich eigenverantwortlich für soziale, kulturelle und viele andere Ziele zu engagieren. Der Staat muss hier die richtigen Anreize setzen. Privates Eigentum schafft gleichzeitig die Möglichkeit und die Verpflichtung, Vorsorge für Alter und verschiedene Lebensrisiken zu treffen.
Zu den im Einzelnen angestrebten Inhalten dieses Themenschwerpunktes gehören:
- die Stärkung der Grund- und Wohneigentumsquote und die steuerliche Entlastung von Wohneigentum
- die Stärkung von Vermögensbildung
- marktwirtschaftliche Ansätze zur Förderung von Beteiligungskapital
- die Beseitigung von Hindernissen zur unternehmerischen Selbständigkeit
- neue Wege in der Privatisierungspolitik, die auf eine breite Streuung von Eigentum abzielen (etwa bei der Privatisierung öffentlicher Wohnungsgesellschaften)
- die Reform von Sozialsystemen, die Anreize setzen, dass Abhängigkeit vom Wohlfahrtsstaat zum „Lebensstil“ wird
- das Ende des „Hochsteuerstaats“
Darüber hinaus kann die nutzbringende Wirkung von gesicherten Eigentumsrechten bei Naturschutz, Umweltschutz, Urheberrechten und anderen politischen Fragen thematisiert werden.
b) Für die Internationale Arbeit ergeben sich ebenfalls gewichtige Perspektiven. Die Schaffung von Eigentumsrechten und die Legalisierung des „informellen Sektors“sind den letzten Jahren als der entscheidende Ansatz einer wirkungsvollen liberalen Entwicklungspolitik erkannt worden. Der Aufbau und die Stabilisierung einer Eigentum besitzenden Mittelschicht sind in diesem Bereich noch mehr als im Inland eine Lebensfrage für das Funktionieren einer liberalen Demokratie. Dazu
bedarf es eines liberalen Rechtsstaates und gesicherter Institutionen, die die Rechte der Menschen, selbständig ihre ökonomischen Chancen wahrzunehmen, schützen, und die weder die Kleptokratie kleiner Machteliten noch eine populistische Enteignungspolitik befördern. Gerade im Bereich Natur- und Artenschutz bieten Eigentumsrechte den Entwicklungsländern Chancen auf eine effiziente Verwirklichung ihrer Ziele.
2. Freiheitsbotschaft
a) Eigentumsrechte sind die Grundlage individueller Freiheit.
b) Eigentumsrechte und Eigentum sind die Grundlage jeder Bürgergesellschaft.
c) Eigentum und Eigentumsrechte sind Motor wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung.
3. Praktikabilität/Umsetzbarkeit im In- und Ausland
Das Thema ist für den In- und Auslandsbereich gleichermaßen relevant. Die Stärkung der Eigentumsrechte ist eine wichtige Säule der internationalen Arbeit.
Im Inland ist es gerade für Liberale wichtig, den Trend zum „abhängigen Bürger“ abzubremsen, da sonst die eigene politische Basis erodiert wird.
Inhaltlich ist die Friedrich-Naumann-Stiftung auf diese Debatte im In- und Ausland gut vorbereitet, da sich das Thema nahtlos an vorherige Themenschwerpunkte („Globalisierung und Netwicklung“, Kampagne „Neustart“) anschließt.
Durch die Zugehörigkeit zu Netzwerken wie dem Economic Freedom Network und des International Property Rights Index kann die Friedrich-Naumann-Stiftung auf enorme Ressourcen für die inhaltliche Arbeit zu diesem Thema zurückgreifen.
4. Politische Relevanz
In langfristiger Perspektive handelt es sich um ein für Liberale existentiell wichtiges Thema, da die gegenwärtige Umwandlung der liberalen Gesellschaftsordnung in eine „Rentenempfängergesellschaft“ besorgniserregend ist.
Die Begriffe „Freiheit“ und „Eigentümergesellschaft“ stehen für einen Gegenentwurf zu diesem Erosionsprozess. Sie ermöglichen Liberalen, ihre wirtschafts- und steuerpolitische Kernkompetenz nicht nur zu erhalten, sondern auch thematisch zu erweitern und gesellschaftlich zu fundieren.
Freiheit und Eigentum
1. Inhalt und Begründung
Das Recht auf Eigentum ist eine der wesentlichen Grundlagen für die Freiheit des Einzelnen.
Liberale haben sich immer dafür eingesetzt, dass das Recht auf Eigentum universell für alle gilt, und nicht nur wenigen Privilegierten zugute kommen darf. Wo Eigentumsrechte nicht gewährleistet werden, sind Menschen willkürlicher Macht und Abhängigkeit ausgesetzt. Eigentum ist zudem eine Garantie für eine stabile liberale Bürgergesellschaft, die ihre Stärke aus der Unabhängigkeit des Bürgers und seinem langfristigen Interesse an einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung bezieht.
a) In Deutschland steigt die Zahl derer, die vollständig oder teilweise von staatlichen Transfers und Renten leben. In einigen Bundesländern stellen sie bereits die Bevölkerungsmehrheit. Der demographische Trend zur Überalterung unserer Gesellschaft wird die sich daraus ergebenden Probleme noch verschärfen. Sowohl die Grundeigentumsquote als auch die Selbständigkeitsquote liegen unter denen vergleichbarer Länder. Immer weniger Menschen leben ausschließlich von ihrer Erwerbsarbeit, die eine Voraussetzung für persönliche Autonomie und Eigentumsbildung ist.
Schon jetzt zeigt sich, dass eine langfristig angelegte Ordnungspolitik, eine nachhaltige Reform der Sozialsysteme und eine Produktivität fördernde Steuer- und Finanzpolitik strukturell mehrheitsunfähig geworden sind. In einer „Rentenempfängergesellschaft“ überwiegt notwendig das Kurzfristdenken in der Politik und eine kaum mehr zu erfüllende Erwartungshaltung gegenüber dem Staat. Außerdem treiben Neiddiskussionen den Umverteilungsstaat immer weiter voran. Auf die Dauer wird dies zunächst die Marktwirtschaft, aber langfristig die liberale demokratische Ordnung unseres Landes unterminieren.
Inhalt des Themenschwerpunktes soll die „Eigentümergesellschaft“ sein, in der Eigentum breit gestreut als Grundlage von Freiheit und als soziale Basis der Bürgergesellschaft seine umfassende Wirkung entfalten kann. Eigentümer verfügen über besonderes Potential, sich eigenverantwortlich für soziale, kulturelle und viele andere Ziele zu engagieren. Der Staat muss hier die richtigen Anreize setzen. Privates Eigentum schafft gleichzeitig die Möglichkeit und die Verpflichtung, Vorsorge für Alter und verschiedene Lebensrisiken zu treffen.
Zu den im Einzelnen angestrebten Inhalten dieses Themenschwerpunktes gehören:
- die Stärkung der Grund- und Wohneigentumsquote und die steuerliche Entlastung von Wohneigentum
- die Stärkung von Vermögensbildung
- marktwirtschaftliche Ansätze zur Förderung von Beteiligungskapital
- die Beseitigung von Hindernissen zur unternehmerischen Selbständigkeit
- neue Wege in der Privatisierungspolitik, die auf eine breite Streuung von Eigentum abzielen (etwa bei der Privatisierung öffentlicher Wohnungsgesellschaften)
- die Reform von Sozialsystemen, die Anreize setzen, dass Abhängigkeit vom Wohlfahrtsstaat zum „Lebensstil“ wird
- das Ende des „Hochsteuerstaats“
Darüber hinaus kann die nutzbringende Wirkung von gesicherten Eigentumsrechten bei Naturschutz, Umweltschutz, Urheberrechten und anderen politischen Fragen thematisiert werden.
b) Für die Internationale Arbeit ergeben sich ebenfalls gewichtige Perspektiven. Die Schaffung von Eigentumsrechten und die Legalisierung des „informellen Sektors“sind den letzten Jahren als der entscheidende Ansatz einer wirkungsvollen liberalen Entwicklungspolitik erkannt worden. Der Aufbau und die Stabilisierung einer Eigentum besitzenden Mittelschicht sind in diesem Bereich noch mehr als im Inland eine Lebensfrage für das Funktionieren einer liberalen Demokratie. Dazu
bedarf es eines liberalen Rechtsstaates und gesicherter Institutionen, die die Rechte der Menschen, selbständig ihre ökonomischen Chancen wahrzunehmen, schützen, und die weder die Kleptokratie kleiner Machteliten noch eine populistische Enteignungspolitik befördern. Gerade im Bereich Natur- und Artenschutz bieten Eigentumsrechte den Entwicklungsländern Chancen auf eine effiziente Verwirklichung ihrer Ziele.
2. Freiheitsbotschaft
a) Eigentumsrechte sind die Grundlage individueller Freiheit.
b) Eigentumsrechte und Eigentum sind die Grundlage jeder Bürgergesellschaft.
c) Eigentum und Eigentumsrechte sind Motor wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung.
3. Praktikabilität/Umsetzbarkeit im In- und Ausland
Das Thema ist für den In- und Auslandsbereich gleichermaßen relevant. Die Stärkung der Eigentumsrechte ist eine wichtige Säule der internationalen Arbeit.
Im Inland ist es gerade für Liberale wichtig, den Trend zum „abhängigen Bürger“ abzubremsen, da sonst die eigene politische Basis erodiert wird.
Inhaltlich ist die Friedrich-Naumann-Stiftung auf diese Debatte im In- und Ausland gut vorbereitet, da sich das Thema nahtlos an vorherige Themenschwerpunkte („Globalisierung und Netwicklung“, Kampagne „Neustart“) anschließt.
Durch die Zugehörigkeit zu Netzwerken wie dem Economic Freedom Network und des International Property Rights Index kann die Friedrich-Naumann-Stiftung auf enorme Ressourcen für die inhaltliche Arbeit zu diesem Thema zurückgreifen.
4. Politische Relevanz
In langfristiger Perspektive handelt es sich um ein für Liberale existentiell wichtiges Thema, da die gegenwärtige Umwandlung der liberalen Gesellschaftsordnung in eine „Rentenempfängergesellschaft“ besorgniserregend ist.
Die Begriffe „Freiheit“ und „Eigentümergesellschaft“ stehen für einen Gegenentwurf zu diesem Erosionsprozess. Sie ermöglichen Liberalen, ihre wirtschafts- und steuerpolitische Kernkompetenz nicht nur zu erhalten, sondern auch thematisch zu erweitern und gesellschaftlich zu fundieren.






